Demonstration in Innenstadt

Rätselraten im Internet: Rechte Demonstranten sorgen für Verwirrung - geht es ihnen um „weiße Aufzüge“?

Rechtsextreme sorgten bei einer Demo in Halle für Stirnrunzeln. Dank eines kleinen aber feinen Rechtschreibfehlers war nicht wirklich ersichtlich, für was demonstriert wurde. 

  • Am Samstag demonstrierten rund 30 Rechtsextreme in Halle unter dem Schlachtruf „White Lives Matter“.
  • Dabei sorgten die Rechten für großes Stirnrunzeln bei den umstehenden Passanten.
  • Fehlende Englisch-Kenntnisse der Demonstranten ließen deren Botschaft unfreiwillig lustig erscheinen.

Halle - Am Samstag war viel los in der Innenstadt von Halle. Vier Demonstrationen fanden teilweise gleichzeitig statt. Den Vogel schossen dabei 30 Rechtsextreme ab, die mit mangelnden Englischkenntnissen für Stirnrunzeln bei den vorbeilaufenden Passanten sorgten. Die Teilnehmer hatten sich zuvor an einer Anti-Corona-Kundgebung vom stadtbekannten Rechten Sven Liebich beteiligt.

In dem Video, das in den sozialen Medien kursiert, ist der Schlachtruf „White Lives Matter“ zu hören. Richtig ausgesprochen hieße der Ausspruch so viel wie „Weiße Leben zählen“. Rechtsextreme nutzen dies als Gegenreaktion auf die weltweiten „Black Lives Matter“*-Proteste („Schwarze Leben zählen“). 

Demo in Halle: Peinlicher Englisch-Fehler von Rechtsextremen führt zu Stirnrunzeln

Scheinbar hat die Gruppe Rechter im Englischunterricht aber nicht gut genug aufgepasst. Dadurch dass das Wort „Lives“ komplett falsch ausgesprochen wird, ergibt die Parole keinen Sinn mehr. Frei übersetzt würde es heißen: „Weiße leben zählen“.

Im Netz hagelte es im Anschluss Häme für die rechten Demonstranten. Ein User wollte die Parole „White lifts matter“ verstanden haben. Demnach würden die Rechtsextremen für „weiße Aufzüge“ protestieren (engl. lift = Aufzug). 

Ein anderer will den Ausspruch „White lies better“ verstanden haben. Also „Weiße lügen besser“. 

Rechtsextreme demonstrieren mit fehlenden Englisch-Kentnissen

Nach dem Tod des Schwarzen Georg Floyd* wird seit zwei Wochen in den USA gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert*. Und zwar mit dem Schlachtruf „Black Lives Matter“. Mittlerweile sind die Proteste auch in Europa und Deutschland angekommen. So gab es am Wochenende heftige Ausschreitungen in London. In München haben 25.000 Personen friedlich gegen Rassismus protestiert.

Ihren Ursprung hat die Bewegung bereits im Jahr 2013 genommen - auch damals aus Protest gegen die Brutalität der Polizei gegenüber Afroamerikanern. Als Gegenreaktion haben zwei Jahre später weiße US-Rassisten den Slogan „White Lives Matter“ ins Leben gerufen. 

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