Entsetzen in Palermo

Im Schlaf angezündet: Obdachloser verbrennt bei lebendigem Leib

Palermo - In der sizilianischen Hauptstadt Palermo ist ein 45-jähriger Obdachloser von einem Unbekannten im Schlaf mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet worden. 

Der grausame Tod eines Obdachlosen in Palermo sorgt in Italien für Entsetzen. Dunkel gekleidet näherte sich in der Nacht zum Samstag ein zunächst Unbekannter dem schlafenden Mann, überschüttete ihn mit einer brennbaren Flüssigkeit und steckte sein Opfer anschließend in Brand. Zu sehen ist die Szene in einem Video aus einer Überwachungskamera, das die Tageszeitung „La Repubblica“ am Samstag veröffentlichte. Abends machte die Polizei einen Tatverdächtigen aus, der die Tat zugab, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Der 45-jährige Tankwart soll aus Eifersucht gehandelt haben. Offenbar vermutete er ein Verhältnis zwischen seiner von ihm getrennt lebenden Frau und dem Obdachlosen. „Gestern haben wir dramatische Bilder eines in Brand gesetzten Mannes gesehen“, sagte Innenminister Marco Minnito am Sonntag. Dies sei die barbarischste Art und Weise, einen Menschen zu töten, sagte Minniti. Auch der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, hatte in einem Facebook-Post von „barbarischer Gewalt“ gesprochen.

Der ebenfalls 45-Jährige Mann hatte in der Kantine des Kapuzinerordens in Palermo einen Schlafplatz gefunden. Der Tatverdächtige habe sich bei der Tat eine starke Verbrennung an der Hand zugezogen, berichtete die Zeitung „La Repubblica“. Den Ermittlern habe er zunächst gesagt, er habe sich beim Kaffeekochen verletzt. Anschließend habe er die Tat zugegeben.

Die Tageszeitung "La Repubblica" veröffentlichte am Samstag auf ihrer Homepage Kameraaufzeichnungen von dem brutalen Mord. Die Polizei löste eine Fahndung nach dem Täter aus, der bei dem Vorfall selbst Flammen fing, dann aber entkam.

Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, wie der Täter sich dem schlafenden Obdachlosen mit einem Eimer nähert und dann die Flüssigkeit auf ihn schüttet. Als der Täter die Flüssigkeit anzündet, entsteht eine große Stichflamme. Nachbarn hörten Schreie des Obdachlosen. Die alarmierten Rettungsdienste konnten jedoch nur noch seinen Tod feststellen. Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando sprach von einer "vollkommen barbarischen Tat".

In Berlin hatte Ende 2016 ein Fall für Aufsehen gesorgt, bei dem mehrere Jugendliche einen Obdachlosen angezündet hatten. Der Mann überlebte verletzt. Die Täter stehen mitlerweile wegen versuchten Mordes vor Gericht.

afp/kah

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