Ehefrau getötet

Wirbel um furchtbaren Fall in München: „Wertvolle Zeit verloren gegangen?“ - Verdächtiger setzt sich ab

In München wurde eine Frau getötet. Die Polizei hat ein Foto des Tatverdächtigen veröffentlicht - er wird in seinem Heimatland vermutet.

  • Die Polizei in München hat über eine schlimme Gewalttat informiert.
  • Ein 41-Jähriger erstach seine Ehefrau und flüchtete danach offenbar nach Afghanistan.
  • Inzwischen sind erste Hintergründe der Tat und der Ermittlungen bekannt.

Update, 25. November, 16.51 Uhr: Nach der Öffentlichkeitsfahndung nach dem mutmaßlichen Mörder Abdul Mohammad Tukhi (41) sind fünf Hinweise bei der Münchner Mordkommission eingegangen. Die Ermittler arbeiten diese nun ab. Zudem wurde der Zeuge vernommen, der sich noch am Dienstag gemeldet hatte – kurz nachdem das Präsidium ein Foto von ihm veröffentlich hatte. Der 57-Jährige gab an, dass er den Tatverdächtigen nur zufällig am Hauptbahnhof getroffen habe und man ins Gespräch gekommen sei. Die beiden Männer hatten nach Angaben eines Polizeisprechers vom Mittwoch keine Vorbeziehung. Nach derzeitigen Erkenntnissen wusste der Zeuge nichts von der Tat.

Unterdessen geht die Mordkommission davon aus, dass der gebürtige Afghane Tukhi sich in sein Heimatland abgesetzt hat. Für die deutsche Justiz gibt es derzeit keine Möglichkeit, eine Rechtshilfeersuchen an die afghanische Justiz zu richten. Denn dem Tatverdächtigen würde in Afghanistan wegen eines Tötungsdelikts wohl eine Hinrichtung drohen. Die Todesstrafe verstößt gegen das deutsche Recht. weg

Wirbel um furchtbaren Fall in München: „Wertvolle Zeit verloren gegangen?“ - Verdächtiger setzt sich ab

Update 25. November, 8.15 Uhr: „Spätestens beim Finden der ersten Blutspuren hätte die gesamte Wohnung auf den Kopf gestellt werden müssen“, zitiert Bild einen „hochrangigen Beamten“. Er bezieht sich darauf, dass die Leiche der getöteten 34-Jährigen erst drei Tage nach der ersten Durchsuchung gefunden worden war. (Update 24. November, 16.38 Uhr) Kriminaloberrat Josef Wimmer sprach in Bezug darauf von einem guten Versteck.

Der zitierte Beamte aber schimpft: „So ist wertvolle Zeit verloren gegangen“. Ermittler vermuten, dass sich der tatverdächtige Ehemann nach Afghanistan abgesetzt hat. Super Recogniser (Einsatzkräfte mit der speziellen Gabe, sich Gesichter einzuprägen) hatten den 41-Jährigen zweimal am Hauptbahnhof gesichtet. Über einen Zug nach Italien soll er in sein Heimatland geflohen sein.

Bluttat in München: Tote Frau liegt tagelang unter Kinderbett

Update 24. November, 16.38 Uhr: Drei Tage lang lag die Leiche einer 34-Jährigen im Kasten unter dem Bett ihres Sohnes in einer Drei-Zimmer-Wohnung in Altperlach. Drei Tage lang fand die Polizei die tote Frau nicht, obwohl Beamte mehrmals in der Wohnung waren, um Spuren zu sichern (siehe Update von 11.33 Uhr).

Im Verdacht, die Frau getötet zu haben, steht ihr Ehemann Abdul Mohammad T.(41). Die beiden waren seit zwei Jahren verheiratet, sie hatte zwei Söhne (3, 7) in die Beziehung mitgebracht. Der Afghane kam 2010 nach Deutschland. Das Paar wohnte seit März in München.

Wann genau die Frau starb, ist noch unklar. Eine Obduktion ergab, dass sie durch mehrere Stiche in den Oberkörper getötet wurde. Eine Tatwaffe wurde laut Kriminaloberrat Josef Wimmer bislang nicht gefunden.

München: 41-Jähriger tötet Ehefrau - Motiv bislang unklar

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler gab es zuletzt bereits gewalttätige Übergriffe des 41-Jährigen auf seine Frau. Die 34-Jährige hatte am 11. November die Polizei verständigt, da ihr Mann sie bedrohe. Kurze Zeit später rief sie erneut an und gab an, sie brauche doch keine Hilfe mehr. Die Beamten kamen dennoch, die 34-Jährige wollte aber keine Anzeige erstatten.

Das Motiv für die Bluttat ist bislang unklar. Laut Oberstaatsanwältin Anne Leiding gibt es Hinweise, dass der Tatverdächtige „extreme Ansichten“ habe, was die Männer-Frauen-Rolle betrifft. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit von Totschlag aus. Leiding: „Es wird sich zeigen, ob wir noch Mordmerkmale finden.“ (Stefanie Wegele)

Frau in München getötet: Zeuge mit Verdächtigem gesehen - er meldet sich bei der Polizei

Update 24. November, 14.38 Uhr: Der gesuchte Zeuge, der mit dem Tatverdächtigen gesehen worden war, konnte ermittelt werden. Bei ihm handelt es sich um einen 57-jährigen, in München wohnhaften Mann. Er meldete sich in den Mittagsstunden selbst bei der Polizei - und soll nun entsprechend zum Sachverhalt befragt werden.

11.43 Uhr: Oberstaatsanwältin Anne Leiding erklärt, dass man einen Haftbefehl wegen Totschlags beantragt habe. Sie lobt nochmals die Arbeit der Super Recogniser. Kurz darauf ist die Pressekonferenz beendet. Auch ein Bild des bislang unbekannten Zeugen, der den Tatverdächtigen begleitet hat, hat die Polizei nun veröffentlicht.

Die getötete 34-Jährige hatte zwei Kinder in die Ehe mitgebracht. Die drei und sieben Jahren alten Buben werden nun von der Familie des Opfers betreut.

München: 41-Jähriger tötet Ehefrau und flüchtet dann - Polizei veröffentlicht Fotos

11.33 Uhr: Kriminaloberrat Wimmer beginnt: „In den Abendstunden des 17. November haben Angehörige einer 34-jährigen Münchnerin eine Vermisstenanzeige aufgegeben“. Zuvor habe ihr Ehemann, ein 41-jähriger Afghane, angegeben, dass er mittags mit ihr zum Einkaufen gehen wolle. Danach fehlte von beiden jede Spur.

Eine Suche habe zunächst nichts ergeben, Ermittlungen hätten aber früh begonnen. Am 18. November wurde die Wohnung nochmals durchsucht: „Dabei konnte Blut festgestellt werden“. Am Tag darauf rückte die Spurensicherung an. Wimmer erklärt: „Es ergab sich das Bild, dass es wohl zu einer Gewalttat gekommen war“. Danach übernahm die Mordkommission, ein Haftbefehl gegen den flüchtigen Ehemann folgte.

Frau in München getötet - Details zu furchtbarer Tat: „Läuft nicht wie in Krimiserien“

Im weiteren Verlauf wurde die Tote - versteckt unter einem Kinderbett - entdeckt. „Es läuft nicht wie in Krimiserien ab“, sagt Wimmer zum verspäteten Fund der Leiche. Man habe sich an vorgegebene Abläufe zu halten. Die anschließende Obduktion im Institut für Rechtsmedizin der LMU München bestätigte, dass die 34-Jährige durch Stiche in den Oberkörper getötet wurde.

„Zunächst war nicht erkennbar, dass in der Wohnung ein Kampf stattgefunden hat“, erklärt Wimmer weiter. Das Motiv ist bislang unklar, es habe aber bereits zuvor gewalttätige Angriffe des Ehemanns auf die 34-Jährige gegeben. Bei einem diesbezüglichen Polizei-Einsatz habe sich der spätere Täter „unverschämt“ verhalten.

München: Mann tötet Ehefrau - Polizei veröffentlicht Foto, das ihn zeigt

Die Polizei hat ein Bild des Tatverdächtigen veröffentlicht.

Super Recogniser sahen den Beschuldigten am 17. November am Hauptbahnhof; er hatte sich bereits in einem Reisebüro über eine mögliche Flucht ins Ausland informiert. Die Polizei sucht nun einen Mann, der den 41-Jährigen dabei begleitet hatte.

Offenbar ist der Täter in der Folge nach Afghanistan geflüchtet. Zuvor hatte er am Hauptbahnhof einen Zug nach Italien bestiegen, was wiederrum die Super Recogniser bemerkt hatten. Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen laufen.

Update 24. November, 11.15 Uhr: In Kürze beginnt die Pressekonferenz in München. Hintergründe zur furchtbaren Gewalttat, der eine Frau zum Opfer fiel, sollen erläutert werden.

Ehestreit in München nimmt tödliches Ende: Polizei will bei Live-Pressekonferenz Details nennen

Ursprungsmeldung:

München - Im Münchner Stadtteil Ramersdorf ist es zu einem Tötungsdelikt gekommen. Am Dienstagvormittag (24. November) berichtete die Polizei über den aktuellen Kenntnisstand. Ein Mann wird verdächtigt, seine Ehefrau umgebracht zu haben. Die Mordkommission ermittelt.

Für 11.30 Uhr hat die Polizei München* ein Statement angekündigt, das wir im Live-Ticker begleiten werden. Oberstaatsanwältin Anne Leiding von der Staatsanwaltschaft München* I und Kriminaloberrat Josef Wimmer (Leiter der Münchner Mordkommission) werden sich zu den Ermittlungen äußern. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Polizei München

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