Ökologische Katastrophe

Öl-Desaster vor Mauritius: Frachter in zwei Teile zerbrochen - Kapitän von Behörden festgenommen

Ölkatastrophe bedroht Mauritius: Der auf das Riff aufgelaufener Frachter ist auseinandergebrochen und hat massiv Öl verloren. Der Inselstaat im Indischen Ozean rief einen Umwelt-Notstand aus.

  • Am 25. Juli lief ein Frachter vor Mauritius auf ein Riff auf - seitdem läuft Öl aus.
  • Nun haben sich die Befürchtungen bewahrheitet - der Frachter ist in zwei Teile zerbrochen.
  • Vor den Küsten versuchen Freiwillige, die drohende Katastrophe abzumildern - Japan und Frankreich schicken Hilfe. Der Kapitän des Frachters wurde festgenommen.

Update vom 18. August 2020, 20.45 Uhr: Die Behörden von Mauritius haben nach der Öl-Katastrophe vor der Küste des Landes den indischen Kapitän des havarierten Frachters „Wakashio“ festgenommen. Er wird ebenso wie sein sri-lankischer Stellvertreter aufgrund einer vorläufigen Anklage vor Gericht gestellt, teilte Polizeisprecher Shiva Coothen am Dienstag mit.

Die beiden Seeleuten wurden aufgrund von Gefährdung der Sicherheit der Schifffahrt angeklagt und müssen Ende August erneut vor Gericht erscheinen. Zudem sollen am Mittwoch weitere Besatzungsmitglieder des Schiffs aus Japan, das unter der Flagge Panamas fährt, vernommen werden.

Kapitän Sunil Kumar Nandeshwar verlässt das Gerichtsgebäude in Port Louis auf Mauritius.

Öl-Desaster vor Mauritius: Frachter nun in zwei Teile zerbrochen - Befürchtungen werden wahr

Update vom 16. August 2020, 13.18 Uhr: Die schlimmen Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Der vor Mauritius auf ein Riff aufgelaufene Frachter „Wakashio“ ist in zwei Teile zerbrochen. Wie der japanische Betreiber des Schiffs, Mitsui OSK Lines, mitteilte, strömte dabei erneut Öl ins Meer.

Die Behörden schätzten, dass sich zum Zeitpunkt des Auseinanderbrechens noch rund 90 Tonnen Treibstoff an Bord des Frachters befanden. Davon sei dann „eine gewisse Menge“ noch aus dem Schiff geflossen, so Mitsui OSK Lines. Da mit dem Zerbrechen der „Wakashio“ schon seit Tagen gerechnet wurde, hatten sich Schiffe der Küstenwache bereitgehalten, um weiteres auslaufendes Öl aufzufangen. Zuvor hatten die Bergungsteams in einem Wettlauf gegen die Zeit und schlechtes Wetter rund 3000 Tonnen Treibstoff aus den Tanks abgepumpt.

Bergungsmannschaften sollen jetzt wohl den vorderen Teil des Wracks, der rund zwei Drittel des Schiffs ausmacht, abschleppen und im Meer versenken. Dadurch sollen weitere Schäden an der Küste der Insel verhindert werden. Das hintere Drittel steckt nach wie vor im Riff fest.

Öl-Desaster vor Mauritius: Frachter bricht auseinander - Regierung befürchtet ökologisches Desaster

Update vom 15. August 2020, 22.46 Uhr: Die Regierung von Mauritius hat inzwischen bestätigt, dass der auf ein Riff aufgelaufene japanische Frachter „Wakashio“ dabei ist, zu zerbrechen. Laut offiziellen Angaben löste sich am Samstagnachmittag (Ortszeit) ein „beträchtliches Teil“ vom Rumpf.

Dadurch habe sich der Zustand des Schiffes extrem verschlimmert und „es könnte jeden Moment auseinanderbrechen“, teilte der Krisenstab der Regierung mit. „Um 16.30 Uhr konnte man sehen, wie sich am vorderen Teil des Schiffes ein großes Stück gelöst hat.“

Es sollen sich noch rund 90 Tonnen Öl an Bord des Frachters befinden. Sobald der Rohstoff bei seinem Auseinanderbrechen ausläuft, sollen Schiffe der Küstenwache, die sich schon in der Nähe des Wracks aufhalten, das Öl auffangen. Dieses Unterfangen könnte in den kommenden Tagen das prognostizierte schlechte Wetter verkomplizieren. Laut Vorhersagen ist mit vier bis fünf Meter hohen Wellen zu rechnen.

Öl-Desaster vor Mauritius: Frachter „Wakashio“ droht zu zerbrechen

Update vom 15. August 2020, 18.13 Uhr: Vor Mauritius ist der havarierte Frachter „Wakashio“ offenbar auseinandergebrochen, wie lemauricien am Samstag berichtete. Das Nachrichtenportal zitierte Alain Donat vom Schifffahrts-Ministerium, demnach wird der vordere Teil des Frachters nun vorsichtig abgeschleppt.

Das japanische Schiff von knapp 300 Meter Länge war vor rund drei Wochen vor der Südostküste von Mauritius auf Grund gelaufen und über Tage Spielball des tosenden Meers. In der Folge riss einer der Tanks des Schiffes auf, mehr als 1000 Tonnen Treibstoff gelangten so in die Lagune vor Pointe d‘Esny.

Unterdessen bestätigte der unabhängige Umweltberater Sunil Korwarkasing der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf Drohnenbilder, dass der Frachter in zwei Teile zerbrochen ist. Schon zuvor sprach die Regierung des Inselstaates vom schlimmsten ökologischen Desaster, das Mauritius je erlebt hat.

Weiterhin sind Einsatzkräfte und Tausende freiwillige Helfer fieberhaft darum bemüht, das Öl aus dem betroffenen Gebiet zu entfernen. Ihre ohnehin diffizile Arbeit dürfte sich nun deutlich erschweren.

Öl-Desaster vor Mauritius: Greta Thunberg schaltet sich ein - will sie jetzt den Verursachern an den Kragen?

Update vom 12. August 2020: Ein Umwelt-Notstand wurde nun ob der Lage vor Urlaubsparadies Mauritius ausgerufen. Der verunglückte Öl-Tanker sorgte für ein ökologisches Desaster rund um die ostafrikanische Insel. Nun schaltet sich auch Greta Thunberg ein.

Natürlich bedauert die Umwelt-Aktivistin den Vorfall und die Verschmutzung vor und auf Mauritius sehr. Bei bloßen Solidaritäts-Bekundungen belässt sie es nicht. „Natürlich sollten die Öl- und Fracht-Unternehmen für den Schaden aufkommen, den sie verursacht haben“, schimpft die junge Schwedin, „aber nachdem sie sich offensichtlich nicht darum scheren - bitte spendet, wenn ihr könnt." Sie selbst verspricht, umgerechnet etwa 10.000 Euro über ihre Stiftung beizusteuern.

Das Geld geht an einen Crowdfund, der vom Umwelt-NGO „Eco-Sud“ ins Leben gerufen wurde. Die in Mauritius heimische Organisation kämpft seit über 20 Jahren für den ökologischen Erhalt der Insel.

Mit den gesammelten Spenden will die NGO nicht nur die Kosten zur Beseitigung der Öl-Mengen tragen. Auch die Aufgaben nach der Krise stehen im Fokus. Darunter fallen die Beobachtung der Folgen der Öl-Katastrophe, Studien zum Einfluss auf das Meeresleben und möglicherweise auch die Finanzierung rechtlicher Schritte gegen die Verursacher.

Jetzt droht eine Umwelt-Katastrophe in Sri Lanka: Ein Öl-Tanker brennt vor der Küste.

Öl-Desaster vor Urlaubsparadies: Lage vor Mauritius verschärft sich - Frachter droht zu zerbrechen

Update vom 11. August 2020: Vor Mauritius verschärft sich die Lage. Der havarierte Öl-Frachter droht in zwei Teile zu zerbrechen. Noch sind rund 1800 Tonnen an Bord. Einsatzkräfte versuchen das Öl aus dem Schiff zu pumpen. Der japanische Frachter „Wakashio“ sei an einem Schlepper festgemacht, um nicht abzutreiben. Es liegt etwa zwei Kilometer vom Festland entfernt in einer Lagune nahe mehrerer Naturschutzgebiete.

1180 Tonnen Treibstoff sind aus einem Riss im Tank bereits ausgelaufen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Rund 460 Tonnen davon seien aus dem Meer und am Strand eingesammelt worden. „Dies ist das schlimmste ökologische Desaster, das Mauritius je gesehen hat“, sagte Ken Arian, ein Berater der Regierung von Mauritius, wie dpa berichtet. Das Unglück sei eine „riesengroße Katastrophe für die Ökologie“, sagte Arian. „Ich weiß nicht, wie viele Jahre es dauern wird, bis (...) sich diese Region erholt.“

Die Nation des Indischen Ozeans hat einen Umweltnotstand ausgerufen. Japan sagte dem Urlaubsparadies volle Unterstützung zu. Umweltschützer und Experten fragen, warum nicht mehr getan wurde, als das Schiff am 25. Juni auf Grund lief. Drohnen-Aufnahmen zeigen das ganze Öl-Desaster.

Urlaubsparadies droht Katastrophe: Frachter vor Mauritius verliert massiv Öl - Tausende Freiwillige kämpfen

Erstmeldung vom 9. August

Mauritius - Weite Teile des türkisblauen Meers sind bereits braunschwarz eingefärbt - den malerischen Küsten des Urlaubsparadieses Mauritius droht eine Umweltkatastrophe ungeheuren Ausmaßes.

Am 25. Juli bereits war ein Frachter mit rund 4000 Tonnen Treibstoff an Bord auf ein Riff aufgelaufen - aber erst seit vergangener Woche läuft Öl aus. Aufgrund des schlechten Wetters und der rauen See befürchten Experten, dass der Rumpf des Tankers weiter Schaden nehmen kann und damit noch mehr seiner Fracht verlieren. Bereits jetzt sind etwa 1000 Tonnen ausgetreten.

Ölkatastrophe bedroht Mauritius: Tausende Freiwillige helfen an den Stränden

Tausende Freiwillige aus der lokalen Bevölkerung haben am Sonntag versucht, das Schlimmste für ihre Insel abzuwenden:

Mit Hilfe von schwimmenden Barrieren versuchen sie, die weitere Ausbreitung des Ölteppichs zu verhindern. Doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Die ersten Lagunen mit sonst strahlend weißem Sand sind bereits mit Öl bedeckt. Auch viele der Helfer waren nach ihrem Einsatz von Kopf bis Fuß mit einem Ölfilm überzogen. Zuvor hatte Regierungschef Pravind Jugnauth hatte den Umwelt-Notstand ausgerufen. Bedroht sind nicht nur die Strände, sondern auch Korallenriffe an der Küste, die zu den schönsten der Welt zählen. Bisher sind alle Versuche, das Öl über Hubschrauber von Board zu holen, aufgrund des schlechten Wetters* gescheitert.

Ölkatastrophe vor Mauritius: Japan und Frankreich schicken Hilfe - Crew darf das Schiff nicht mehr betreten

Der Frachter stammt aus Japan, er war unter panamesischer Flagge gelaufen. Die 20-köpfige Crew konnte in Sicherheit gebracht werden, darf aber seither das Schiff nicht mehr betreten - aus Ermittlungsgründen soll nur der Kapitän in Begleitung das Bordbuch vom Schiff holen.

Tausende Helfer kämpfen auf Mauritius gegen eine drohende Ölkatastrophe

Der Schiffsbetreiber Mitsui OSK Lines entschuldigte sich für das Unglück und versprach, „alles zu tun, um den Fall zu lösen“. Japan kündigte an, am Montag ein Expertenteam zu entsenden. Frankreich hatte bereits Experten und Ausrüstung von der Nachbarinsel La Réunion nach Mauritius entsandt. (kat/AFP -*Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.)

In Deutschland sind sie immer öfter zu beobachten: Maskenverweigerer. In Bus und Bahn sind sie nicht dazu bereit, Mund- und Nasenschutz zu tragen. Das kostet - oder auch nicht. Ein Überblick. An einer Autobahnraststätte bei Berlin sahen Reisenden plötzlich Hände, die aus einer LKW-Plane herauswinkten. Flüchtlinge riefen nach Hilfe und Wasser.

Rubriklistenbild: © STRINGER/L‘Express Maurice/AFP

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