Termin festgesetzt

Ein Jahr nach dem Mord an Walter Lübcke: Prozess gegen den Hauptverdächtigen Stephan E. startet bald

Kassel: Mutmaßlicher Lübcke-Mörder - Bundesanwaltschaft klagt Stephan Ernst an
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Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen den mutmaßlichen Lübcke-Mörder Stephan E. 

Vor einem Jahr wurde der Regierungspräsident von Kassel, Walter Lübcke, erschossen. Jetzt wurde der Anklage der Bundesanwaltschaft zugestimmt und ein Prozess-Termin festgelegt.

  • Im Jahr 2019 wird der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke auf seiner Terrasse erschossen
  • Stephan E. ist Hauptverdächtiger in dem Mordfall
  • Jetzt steht der Prozess-Termin gegen Stephan E. und seinen mutmaßlichen Unterstützer Markus H. fest

Update vom Dienstag, 02.06.2020, 17.20 Uhr: Ein Jahr nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke steht nun der Termin für den Prozess gegen den Hauptverdächtigen Stephan E. und seinen mutmaßlichen Unterstützer Markus H. fest. Wie das zuständige Oberlandesgericht Frankfurt am Dienstag (02.06.2020) mitteilte soll der Prozess im Mordfall Lübcke am 16.06.2020 um 10 Uhr in Frankfurt starten.

Das Hauptverfahren sei an diesem Dienstag eröffnet und die Anklage des Generalbundesanwalts zugelassen worden - am Jahrestag der Ermordung Lübckes. Der 65-jährige CDU-Politiker war in der Nacht zum 202.06.2019 auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha im Kreis Kassel mit einem Kopfschuss getötet worden. Auslöser der Tat sollen Äußerungen Lübckes zur Aufnahme von Flüchtlingen gewesen sein. So soll sich laut den Ermittlern der Mord an Walter Lübcke abgespielt haben*.

Kassel: Mord an Walter Lübcke - Ermittler gehen von rechtsextremistischer Motivation aus

Die Ermittler gehen von einer rechtsextremistischen Motivation der Angeklagten aus. Sie werden nach Anordnung des OLG in Untersuchungshaft bleiben. Stephen E. ist den Angaben zufolge zudem angeklagt, im Januar 2016 in Lohfelden (Landkreis Kassel) einen aus dem Irak stammenden Bewohner einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge niedergestochen zu haben, um ihn zu töten. Der Prozess ist vorerst bis Ende Oktober angesetzt.

Kassel: Mord an Walter Lübcke Bundesanwaltschaft klagt Stephan E. an

Erstmeldung von 29.04.2020, 13.50 Uhr: Karlsruhe/Kassel - Im Fall desMordes an Kassels Regierungspräsidenten Walter Lübcke, hat der Generalbundesanwalt nun zwei Beschuldigte angeklagt: den Hauptverdächtigen Stephan E. und dessen mutmaßlichen Unterstützer Markus H. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch (29.04.2020) mit. Der Prozess soll in Frankfurt am Main vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts stattfinden. Das Gericht muss die Anklage noch zulassen.

Stephan E. soll den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke Anfang Juni 2019 aus nächster Nähe auf seiner Terrasse getötet haben. Der CDU-Politiker hatte sich öffentlich für die Aufnahme von Flüchtlingen eingesetzt, das soll E. aufgebracht haben. Der 46-Jährige hatte die Tat zunächst gestanden und die Polizei auch zu seinem Waffenlager geführt. Später zog er sein Geständnis dann allerdings wieder zurück. 

Kassel: Nach Mord an Walter Lübcke - Bundesanwaltschaft klagt Stephan E. und mutmaßlichen Helfer an

Zudem soll Stephan E. versucht haben, am 6. Januar 2016 in Lohfelden im Landkreis Kassel einen irakischen Asylbewerber zu töten. Auch dafür wird er sich im Prozess verantworten müssen. Die Polizei hatte zunächst vergeblich nach dem Angreifer gesucht. Inzwischen halten die Ermittler ein bei E. sichergestelltes Messer für die Tatwaffe. Ihm wird deshalb versuchter Mord und Körperverletzung vorgeworfen.

Der mutmaßliche Unterstützer beim Mord an Walter Lübcke, Markus H., wird wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Der 44-Jährige soll E. den Kontakt zu einem Waffenhändler vermittelt und seinen Bekannten unter anderem durch gemeinsame Schießübungen in dessen Vorhaben bestärkt haben. E. beschuldigt H. inzwischen, in der Tatnacht mit bei Lübcke gewesen zu sein. H. sei es auch gewesen, der den tödlichen Schuss abgegeben habe - aus Versehen. Die Ermittler glauben das nicht. Sie sind überzeugt, dass E. allein bei Lübcke war.

Kassel: Mord an Regierungspräsident Lübcke - Waffenhändler wieder frei

Auch der 64 Jahre alte Waffenhändler hatte mehr als ein halbes Jahr in Untersuchungshaft gesessen. Von ihm soll E. 2016 die Tatwaffe bekommen haben. 

Die Bundesanwaltschaft hatte ihm deshalb ebenfalls Beihilfe vorgeworfen. Inzwischen ist wegen des großen Zeitabstands aber fraglich, ob der Mann damals ahnen konnte, was für eine Tat E. begehen würde. Er ist deshalb wieder frei und nicht mit angeklagt.

Video: Hauptverdächtiger im Mordfall Lübcke beschuldigt Bekannten

dpa/red

Vor dem Mord an Walter Lübcke, Regierungspräsident von Kassel, soll Stephan Ernst auch eine Synagoge und mehrere Politiker ausgespäht haben.

Hat der hessische Verfassungsschutz dazu beigetragen, dass der mutmaßliche Helfer im Mordfall Walter Lübcke Waffen besitzen durfte? Recherchen des NDR decken eine Panne auf.

Kassel: Gut ein Jahr nach dem Mord an Walter Lübcke startet der Prozess in Frankfurt. Eine Übersicht über die Handelnden beim Mammut-Prozess.

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