Aggressive Gruppen

Nach Ausschreitungen in Stuttgart und Frankfurt gibt es in der nächsten Großstadt eindeutige Alarmzeichen

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart und Frankfurt kam es auch in Karlsruhe zu einer Polizeikontrolle, die beinahe eskalierte. Mindesten 50 Menschen beleidigten die Beamten und traten teils aggressiv auf.

  • In Karlsruhe solidarisierte sich am Wochenende eine Menschenansammlung gegen eine Polizeikontrolle.
  • Ein 42-Jähriger hatte Beamten beleidigt und beschimpft, woraufhin er kontrolliert wurde.
  • Die Polizei konnte die Situation nur mit Verstärkung lösen, zu Eskalationen wie in Stuttgart kam es nicht.

Karlsruhe - Auch Wochen nach den Ausschreitungen in Stuttgart (BW24* berichtete) kehrt in Deutschland und Baden-Württemberg keine Ruhe ein. Immer wieder kommt es in Städten zu aggressiven Aufeinandertreffen zwischen Polizisten und Menschenansammlungen. Erst vergangenes Wochenende gab es auch in Frankfurt eskalierende Gewalt gegen Polizeibeamte.

Besonders die Polizei Stuttgart* bekam in der Folge viel Gegenwind aufgrund ihrer Ermittlungsmethoden. Nach den Ausschreitungen in Stuttgart musste die Polizei rechtfertigen, warum der Migrationshintergrund der Täter eine Rolle spielt.* In Stuttgart laufen bereits seit längerer Zeit Überlegungen, wie man Gewaltausbrüchen im Nachtleben vorbeugen könnte. Die Stadt Stuttgart plant, einen Nachtbürgermeister einzustellen - um Ausschreitungen in Zukunft zu verhindern.* Eine solche Maßnahme käme eventuell auch für Karlsruhe infrage. Auch hier kam es in der Nacht zum Sonntag zu einer Konfrontation zwischen Polizeibeamten und einer Menschenansammlung. Eine Eskalation wie in Stuttgart oder Frankfurt konnte allerdings abgewendet werden.

Polizeieinsatz in Karlsruhe: Mann wird nach Beleidigung kontrolliert, Menschenmenge solidarisiert sich mit ihm

„Was wollt ihr hier“: Bei einer Kontrolle auf dem Schlossplatz in Karlsruhe sahen sich die Polizisten mit einer aggressiven Menschenmenge konfrontiert

Auslöser für die Konfrontation war wie bereits in Stuttgart* eine Kontrolle der Polizei auf dem Schlossplatz in Karlsruhe. Beamte hatten einen 42-Jährigen kontrolliert, der sie mit den Worten „Was wollt ihr hier“ begrüßte - in Kombination mit einer Beleidigung, die sich an die Mütter der Beamten richtete.

Wie bereits in Stuttgart solidarisierten sich daraufhin umstehende Personen auf dem Schlossplatz in Karlsruhe mit dem Mann und störten die Polizeikontrolle. Laut der Mitteilung der Polizei äußerten am Ende mindestens 50 Menschen ihren Unmut über das Vorgehen der Beamten. Von Gewaltausbrüchen ist indes nicht die Rede, allerdings nahmen die Polizisten einen 24-Jährigen fest, der besonders aggressiv auftrat.

Nach Festnahme eines 24-Jährigen droht die Kontrolle in Karlsruhe zu eskalieren - Polizei fordert Verstärkung an

In Folge der Festnahme des 24 Jahre alten Mannes kam es auf dem Schlossplatz in Karlsruhe auch zu Streitigkeiten innerhalb der Gruppe, die sich gegen die Polizisten zusammengeschlossen hatte. Die Lage konnte daraufhin erst mithilfe angeforderter Verstärkung beruhigt werden.

Schließlich trennte die Polizei die aggressive Menschenmenge auf dem Schlossplatz in Karlsruhe, 17 Platzverweise wurden insgesamt ausgesprochen. Dazu waren 20 Beamte und sogar ein Polizeihundeführer im Einsatz. Der festgenommene 24-Jährige ließ sich selbst in Gewahrsam nicht beruhigen. Während der Durchsuchung pinkelte der Mann demonstrativ auf seine Liege. (*BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

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