„Verdorbenes Individuum“

Corona-Behandlung verweigert: Serienmörder stirbt hinter Gittern - Johnson mit gnadenloser Reaktion

Peter Sutcliffe ermordete 13 Frauen. Heute, 30 Jahre später, ist er tot. Nach einem positiven Corona-Test hatte er die Behandlung verweigert.

  • Peter Sutcliffe ermordete zwischen 1975 und 1980 mindestens 13 Frauen.
  • Am 13. November 2020 verstarb der sogenannte „Yorkshire Ripper“ nach 30 Jahren Haft in einer Hochsicherheits-Klinik.
  • Zuvor wurde er positiv auf das Coronavirus getestet, lehnte eine Behandlung aber ab.

Durham - Zwischen 1975 und 1980 versetzte Peter Sutcliffe Nordengland in Angst und Schrecken. Als der sogenannte „Yorkshire Ripper“ ermordete er in dieser Zeit 13 Frauen. Sieben weitere hatte er ebenfalls angegriffen und meist lebensgefährlich verletzt. Darüber hinaus gehen die britischen Behörden von weiteren Taten aus, die ihm allerdings nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten.

„Yorkshire Ripper“: Morde angeblich von Gott befohlen - Peter Sutcliffe seit 30 Jahren hinter Gittern

Auf freien Fuß ist Sutcliffe seit seiner Verhaftung nicht mehr gekommen. Ohnehin zu lebenslanger Haft verurteilt verbrachte er die letzten 30 Jahre in einem Hochsicherheits-Krankenhaus. Ihm wurde paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Er hatte behauptet, seine Taten seien ihm von Gott befohlen worden. Seine Angriffe richteten sich stets auf Frauen aus dem Rotlicht-Milieu oder zumindest Damen, die er dafür hielt.

Coronavirus: Serienmörder Peter Sutcliffe ist tot - er verweigerte Covid-19-Behandlung

In dieser Klinik starb der mehrfache Mörder nun am 13. November 2020 im Alter von 74 Jahren. Die Strafvollzugsbehörde teilte Sky-News-UK darüber hinaus mit, er sei zuvor positiv auf das Coronavirus* getestet worden. Eine Behandlung seiner Covid-19-Erkrankung soll er abgelehnt haben. Sutcliffe war offenbar Hochrisikopatient. Der Serien-Killer litt unter starkem Übergewicht, Diabetes und Herzproblemen.

Boris Johnson zu Tod von Peter Sutcliffe: „Richtig, dass er hinter Gittern verstorben ist“

Zu seinem Tod meldet sich auch die britische Regierung. „Die Gedanken des Premierministers sind bei jenen, die ihr Leben verloren haben, den Überlebenden und den Freunden wie Familien der Opfer von Sutcliffe“, zeigt ein Sprecher von Boris Johnson* wenig Mitleid für den Serienmörder.

Peter Sutcliffe war ein verdorbenes und böses Individuum, dessen Taten unvorstellbares Leid und Entsetzen in diesem Land hervorgerufen haben. Nichts kann jemals von dem Schaden ablenken, den er verursacht hat. Aber es ist richtig, dass er hinter Gittern verstorben ist, für seine barbarischen Morde und seine Mordversuche.“

England: Wenig Mitleid für „Yorkshire Ripper“ - Corona-Tod für viele Menschen gute Nachricht

Tatsächlich scheinen viele Menschen in England von der Nachricht erleichtert zu sein. Die Gräueltaten von Peter Sutcliffe sind nicht vergessen. Bestseller-Autorin Hallie Rubenhold hofft, dass man von nun an nur noch den Opfern gedenkt.

Peter Sutcliffe ist tot: Überlebende erleichtert - „Bringt mir ein klein wenig Frieden“

Von einem erlösenden Gefühl spricht jetzt auch eines der ehemaligen Opfer des „Yorkshire Rippers“. „Ich bin froh, dass er tot ist“, bekennt Marcella Claxton gegenüber der Dailymail. Die heute 64-Jährige hatte 1976 einen Angriff des Serienmörders nur knapp überlebt. Mit einem Hammer hatte Sutcliffe die damals 20-Jährige niedergestreckt und offenbar für tot gehalten. Mit letzter Kraft war es ihr gelungen, zu einer Telefonzelle zu kriechen und Hilfe zu rufen. Später konnte dank ihrer Aussage ein stimmiges Phantombild gefertigt werden.

„Ich habe seitdem jeden Tag daran gedacht, was er mir angetan hat“, beschreibt Claxton ihre heutigen Gefühle, „und obwohl die Nachricht, dass er gestorben ist, diese schrecklichen Erinnerungen wieder hervorruft, werde ich jetzt wohl zumindest einen Schlussstrich ziehen können. Ich hoffe, zu wissen, dass er nicht mehr unter uns ist, bringt mir ein klein wenig Frieden.“

Vor fast exakt einem Jahr hatte Großbritannien eine ganz ähnliche Nachricht erreicht. Der 15-fache Mörder Dennis Nilsen war nach 35 Jahren Haft in New York gestorben. Er hatte seine Taten ebenfalls in den 70er-Jahren begangen, sie ereigneten sich zumeist im Norden Londons..

Nur einen Tag vor Peter Sutcliffe wurde ein deutscher Serienmörder tot in seiner Zelle gefunden. Horst David, „der Würger von Regensburg“, soll zwischen 1973 und 1993 sieben Frauen erdrosselt haben. (moe) *tz.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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