Details bekannt

Urlauber aufgepasst: Brisantes Papier enthüllt neue Corona-Regelung nach Aufenthalt in deutschem Risikogebiet

Reiserückkehrer aus einem Corona-Risikogebiet mussten bisher in Quarantäne. Das galt vor allem für Reisende aus dem Ausland. Das soll sich jetzt ändern. Medien berichten über ein brisantes Papier aus dem Bundestag.

München - Dass sich bei den Quarantäne-Regeln etwas ändern soll, ist bekannt. Jetzt berichten Medien etwas aus einem Aktenvermerk der Bundesverwaltung, das enorme Folgen für viele Deutsche haben könnte. Wer aus einem Risikogebiet in Deutschland in ein anderes Bundesland einreist, soll demnach in Quarantäne. Bisher mussten nur Urlauber aus einem ausländischen Corona-Risikogebiet* mit diesen Konsequenzen rechnen.

Corona in Deutschland - Quarantäne bei Urlaubs-Reisen auch aus Risikogebieten in Deutschland?

RTL und ntv zitieren aus dem Aktenvermerk: In vier Ländern (Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein) sehen die Infektionsschutzverordnungen mit Stand 1. Oktober 2020 eine Verpflichtung zur häuslichen Quarantäne auch dann vor, wenn eine Person aus einem innerdeutschen Risikogebiet einreist oder von dort in das jeweilige Land zurückreist.“

Die Quarantäne-Regel würde demnach auf Bürger, die aus einer Region mit 7-Tage-Inzidenz von 50 oder höher, zutreffen. Die Definition „Risikogebiet“ für das Ausland würde auf deutsche Corona-Hotspots angewendet werden. Vier Regionen in Deutschland knacken laut Robert-Koch-Institut (RKI) den Wert von 50 - sind derzeit „Risikogebiet“. Allerdings ist das Land Berlin derzeit nicht als „Risikogebiet“ in diesem Sinne eingestuft. Für das ganze Bundesland Berlin gibt das RKI eine 7-Tage-Inzidenz von 29,4 an. Insofern wäre Berlin kein Risikogebiet, aber der Bezirk Mitte schon. Der Berliner Senat lehnt bisher eine Bewertung der einzelnen Bezirke ab.

Das scheint ein Knackpunkt zu sein, wie bei RTL zu lesen ist. Laut dem Aktenvermerk sei die Einstufung in den genannten Bundesländern unterschiedlich geregelt. Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz würden die 7-Tage-Inzidenz, die das RKI herausgibt, automatisch anwenden. Liege dieser Wert über 50 würde die Region - also auch Berlin Mitte als „Risikogebiet“ gelten. In Schleswig-Holstein dagegen müsse das Gesundheitsministerium ausdrücklich zustimmen.

Schleswig-Holstein weist auf seiner Webseite ausdrücklich auf das Risikogebiet im Inland hin. Der Landkreis Rhön-Grabfeld, Stadt Hamm, die Stadt Remscheid und der Bezirk Berlin Mitte gelten derzeit als Risikogebiet - Stand 2. Oktober. Die 14-tägige Quarantäne lässt sich verkürzen, wenn Reisende zwei negative Corona-Tests dem Gesundheitsamt vorlegen.

Corona-Risikogebiete in Deutschland

  • Hamm (NRW) - 94,4
  • Berliner Bezirk Mitte - 52,6
  • Röhn-Grabfeld - 51,4
  • Remscheid (NRW) - 50,5

Corona-Risikogebiete in Deutschland: Quarantäne Ausnahmen für Bundestagsabgeordnete

Schleswig-Holstein nimmt Bundestagsabgeordnete ausdrücklich von den strikten Quarantäne-Regel aus. Wenn Bundestagsabgeordnete aus Berlin-Mitte zurückkehren, sind sie aufgrund ihrer Tätigkeit als Volksvertreter von der Quarantäne befreit. In Mecklenburg-Vorpommern müsse die zuständige Gesundheitsbehörde oder von Amts zur Befreiung einer Quarantäne zugestimmt werden. Schon bei der Einreise ist Mecklenburg-Vorpommern am strengsten: Hier dürfen Deutsche aus Risikogebieten nicht mal einreisen (Stand 1. Oktober). (ml)*Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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