Fällt das große Fest schon wieder flach?

Wiesn-Wirte sehen „schwarz“ und „bangen“: Kommt der Impfstoff fürs Oktoberfest 2021 zu spät?

Corona hat München das Oktoberfest geklaut. Doch wie sieht es im Jahr 2021 aus? Kanzlerin Merkel dämpft Hoffnungen auf Massen-Impfungen. Wiesn-Wirte glauben nicht an ein normales Fest.

München - Die Corona-Lage will sich nicht entspannen. Nach einem eigentlich - der Pandemie entsprechend - sehr entspannten Sommer, schlägt die zweite Welle schwerer zu, als sich vermutlich viele gedacht haben. In München* haben die Zahlen das exponentielle Wachstum zwar verlassen*, wollen aber strikt nicht signifikant nach unten gehen. Die einzige Hoffnung vieler auf Normalität: Die Impfstoffe. Doch wie normal kann unser Leben werden? Und besonders wann? Eine Frage, die sich nicht nur Privatpersonen stellen. Besonders Kultur- und Gastronomiebranche verzweifeln an ihr. So auch die Oktoberfest-Wirte. Wird es eine Wiesn im Jahr 2021 geben? Die Betreiber gaben jetzt Einschätzungen ab - und sind mehr Realist als Optimist.

Corona: Findet Oktoberfest 2021 statt? Merkel dämpft Impfstoff-Hoffnungen

Das Oktoberfest steht auch im Jahr 2021 auf der Kippe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) warnte am Mittwoch (2. Dezember): „Wir müssen durch den Winter durchkommen, ohne darauf setzen zu können, dass wir in großem Maße schon Impfstoff zur Verfügung haben.“ Klingt nicht unbedingt nach Heilsbringer-Verkundungen. Die Frage, die sich für das kommende Oktoberfest stellt, lautet: Kommt der Impfstoff früh genug, um im Herbst kommenden Jahres das große Fest zu feiern? Letztes Jahr musste Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bereits im April die Entscheidung gegen die Wiesn verkünden. „Das kann im April sein, vielleicht aber auch im Mai oder Juni,“ so Dieter Reiter gegenüber bild.de. Wiesnwirt Edi Reinbold (76) vom Schützenfestzelt gibt sich dem Blatt gegenüber noch optimistisch: „Ich bereite mich auf die Wiesn vor, glaube aber nicht, dass sie 2021 so stattfinden kann, wie sie mal war.“ Günter Steinberg (80) vom Hofbräuzelt ist gegenüber bild.de da etwas realistischer: „Ich habe die Hoffnung, dass die Wiesn 2021 stattfindet, aber ich sehe ein bisschen schwarz.“

Corona: Oktoberfest-Wirte verzweifelt - „Ich sehe ein bisschen schwarz“

Stephanie Spendler (53) vom Löwenbräuzelt kann die Sorge über die Wiesn nicht einmal nachts vergessen. „Die Frage, ob die Impfung zu spät kommt, und ob der Impfstoff wirkt, stelle ich mir auch. Ich arbeite das Thema manchmal sogar in Träumen auf. Eines ist klar: die Wiesn kann nur stattfinden, wenn Corona Geschichte ist. Wir hoffen und bangen,“ so Spendler gegenüber dem Blatt.

Nur Corona-geimpfte zum Oktoberfest? Münchens OB Reiter gibt klare Absage

Die Frage ist also, ob es bis Herbst genug Impfungen gibt, um eine sichere Lage wiederherzustellen. Doch kann es sein, dass nur geimpfte Menschen heuer auf die Wiesn gehen dürfen? Auf bild.de-Anfrage gibt OB Reiter dem Konzept eine (vorläufige) Absage: „Ich kann mir das persönlich nur schwer vorstellen,“ so der OB. Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (49, Freie Wähler) lehnt das gegenüber dem Blatt ab: „Es kann nicht sein, dass der, der geimpft ist, die grüne Karte bekommt. Das wäre Impfpflicht durch die Hintertür.“ *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Felix Hörhager/dpa

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