Covid-19-Therapie

Coronavirus-Forschung: Medikament zeigt erste klare Erfolge - Ausweitung des Einsatzes geplant

Coronavirus-Medikamente: Remdesivir vs. Hydroxychloroquin - Forschung zeigt klare Tendenzen für Wirksamkeit - Zulassungen werden auch in Europa ausgeweitet. 

USA - Während die Zahl der weltweit von Infektionen mit dem Coronavirus Genesenen auf über zwei Millionen gestiegen ist, dürfte die Zahl der Neuerkrankungen weltweit noch weiter hoch bleiben. Besonders Südamerika rückt in den Fokus: Nach b hat es Europa inzwischen als Schwerpunkt der Pandemie abgelöst.

Mit Voranschreiten der Zeit, werden auch immer mehr Studien zu Therapieansätzen und Behandlungsmöglichkeiten veröffentlicht. Sie bestätigen erste Vermutungen - oder räumen mit Mythen auf. Zwei jüngere Erkenntnisse lassen dabei Hoffnung schöpfen, dass Ärzte bald mehr Klarheit haben.

Coronavirus-Medikament: Ausweitung von Zulassung in Europa könnte bevorstehen

Wie das ZDF schreibt, tun sich dabei vor allem zwei Tendenzen auf: Demnach habe das ursprünglich gegen Malaria entwickelte Medikament Hydroxychloroquin schwere Nebenwirkungen, vor allem für Menschen mit Herzproblemen ausgelöst und Sterblichkeitsraten eher erhöht. Gleichzeitig gäbe es Bestätigungen für Behandlungserfolge mit einem anderen Medikament, das ursprünglich gegen Ebola eingesetzt werden sollte. 

Demnach zeigen sich vor allem damit klare Behandlungserfolge: Die Todesrate sei nach Anwendung von Remdesivir - im Vergleich zu Placebo-Gaben - etwas geringer, die Genesungszeit um 31 Prozent niedriger. In den USA hat der US-Biotechkonzern Gilead bereits eine Zulassung für das Medikament in Notfällen erhalten. Und auch die EU-Arzneimittelbehörde EMA könnte bereits bald nachziehen. In einer Anhörung vor dem EU-Parlament in der vergangenen Woche wurde demnach bescheinigt, dass Experten die bisher vorliegenden Studiendaten als „robust genug“ einstufen. Sollte dies der Fall sein, könnte eine bedingte Marktzulassung bald bevorstehen. Bei stationären Patienten, die nicht beatmet werden, darf das Medikament auch in Europa bereits eingesetzt werden.

Auch in Deutschland läuft schon länger eine Studie zu Remdesivir*. An acht deutschen Unikliniken wird an dem Medikament geforscht. Auch in München. Hier habe das Medikament bei etwa jedem zweiten Patienten geholfen, berichtete Professor Wendtner, Chefarzt der Infektiologie in der München-Klinik in Schwabing.

Coronavirus-Medikament: Forschung geht in verschiedene Richtungen weiter

Dass an Universitätskliniken und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Pharmafirmen weiter auch in verschiedene Richtung getestet wird, zeigt eine Veröffentlichung des nationalen Gesundheitsinstituts in den USA (NIH): Am 14. Mai wurde bestätigt, dass auch eine weitere Studie zu Hydroxychloroquin starten soll. Offenbar erhoffen sich die Ärzte hier Erkenntnisse zur Wirkung in Zusammenhang mit dem Antibiotikum Azithromycin. Die an der Studie Teilnehmenden sollen die Medikamente zu Hause einnehmen und ihr Befinden dokumentieren.

Einer weiteren Spur gehen unterdessen Forscher des Berliner Max-Planck-Instituts nach. Hier wird untersucht, ob Extrakte von Artemisinin (oder Beifuß), sich als wirksam erweisen könnte. Ein auf dieser Pflanze beruhender Heiltrank wird inzwischen von Madagaskar aus weltweit vertrieben - da bisher wissenschaftliche Nachweise fehlen, erhoffen sich die Forscher des Max-Planck-Instituts hier mehr Klarheit.

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Rubriklistenbild: © dpa

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