Nun verhandelt er mit Spanien

Coronavirus: Deutscher Unternehmer will Medikament aus Kuba importieren - und stößt auf bürokratische Hürden

Das Medikament INFrec aus Kuba soll nun auch in Deutschland den Kampf gegen das Coronavirus vorantreiben. (Symbolbild)
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Das Medikament INFrec aus Kuba soll nun auch in Deutschland den Kampf gegen das Coronavirus vorantreiben. (Symbolbild)

INFrec heißt die neue Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus. Das Medikament aus Kuba soll bei Covid-19-Patienten in China geholfen haben. Nun will ein Unternehmer es nach Deutschland bringen - doch es gibt Hindernisse.

  • Das Coronavirus* breitet sich in Deutschland und fast überall sonst auf der Welt weiter aus.
  • Wissenschaftler sind fieberhaft auf der Suche nach Heilmitteln und einem Impfstoff*.
  • Ein deutscher Unternehmer will nun ein Medikament aus Kuba importieren, das bei Covid-19-Patienten in China geholfen haben soll. 
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* und die Corona-News aus Deutschland*. Außerdem finden Sie hier aktuelle Fallzahlen in Deutschland als Karte. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen*.

Leipzig - Ein Medikament oder einen Impfstoff gegen Corona* finden - diesem Auftrag haben sich in den letzten Wochen zahlreiche Forscher und Pharmaunternehmen verschrieben. Mittlerweile ist es auch gängige Praxis geworden, Medikamente, die eigentlich zur Therapie anderer Krankheiten wie beispielsweise Malaria gedacht sind, gegen das Coronavirus einzusetzen. 

Zur Gruppe dieser „zweckentfremdeten“ Medikamente* gehört auch Interferon alfa 2B, oder kurz INFrec, aus Kuba. Es stärkt laut eines Berichts der Deutschen Welle das Immunsystem und wird normalerweise gegen Denguefieber, Krebs sowie Hepatitis B und C angewandt. In China kam es zuletzt auch bei Covid-19-Patienten zum Einsatz - und zwar erfolgreich. 

Coronavirus: Deutscher Unternehmer will kubanisches Medikament importieren

Der deutsche Unternehmer Georg Scheffer, Geschäftsführer und Inhaber von Profümed, einem Unternehmen mit etwa 150 Angestellten und zwei Produktionsstätten in Sachsen und Österreich, will das Medikament nach Deutschland importieren, berichtet das Nachrichtenmedium Deutsche Welle. Seine Firma stellt Medizinprodukte auf Zellstoffbasis wie beispielsweise Tupfer und Bettunterlagen her. Im Pharmabereich hat es bislang allerdings keine Erfahrung. Trotzdem ist Scheffer entschlossen, die Suche nach einem Corona-Heilmittel voranzutreiben. 

Der kubanische Produzent BioCubaFarma sicherte Profümed bereits zu, INFrec für die Behandlung von 500 bis 1000 Patienten bereitzustellen. Die Lieferzeit dauere bis zu 25 Tage. Doch Scheffer stößt bei seinem Vorhaben auf bürokratische Hürden. Um die Bestellung durchführen zu können, benötige man die Zulassung und Genehmigung der Bundesregulierungsbehörde zur Einfuhr nach Deutschland. Das schreibt auch das deutsche Arzneimittelgesetz (AMG) vor. 

Coronavirus: Bei Medikamenten-Import stößt Scheffer auf bürokratische Hürden

Mitte März kontaktierte Scheffer deshalb diverse Ministerien und Landesbehörden, berichtet die Deutsche Welle. Das Bundeswirtschaftsministerium habe das Anliegen ans Bundesgesundheitsministerium weitergeleitet, eine Antwort steht dort aber noch aus

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn erklärte unterdessen, eine behördliche Zulassung sei grundsätzlich Voraussetzung für das Inverkehrbringen eines Arzneimittels. Auch die Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität des Arzneimittels müssten durch einen pharmazeutischen Unternehmer belegt werden. 

Das alles gestaltet sich in der aktuellen Notsituation schwierig. Aktuell lassen sich zu keinem Arzneimittel verlässliche Aussagen über die Wirksamkeit treffen. Dazu bräuchte es Langzeitstudien. Bis die aber Ergebnisse liefern, ist es für Tausende Menschen schon zu spät. 

Coronavirus: Scheffer verhandelt nun mit Spanien über Medikamenten-Import

Doch Scheffer lässt sich weder davon, noch von bürokratischen Hürden in seinem Vorhaben beirren. „Wenn die Deutschen es nicht wollen, liefere ich es nach Spanien“, sagte er. In dem Land, das mit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen ist, würden bereits aussichtsreiche Gespräche geführt. 

Übrigens: In München hat eine Studie zu einem möglichen Coronavirus-Medikament gestartet. Weitere Infos erhalten Sie im folgenden Video.

Lesen Sie auch: Virologe Prof. Christian Drosten kritisiert eine französische Studie zu einem möglichen Medikament gegen Corona scharf.

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