Höhere Todesrate als Sars-CoV-2?

Im Schatten von Corona: Multiresistenter Keim auf dem Vormarsch - Große gesundheitliche Gefahr

Multiresistente Keime stellen eine große Gefahr für die menschliche Gesundheit dar
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Multiresistente Keime stellen eine große Gefahr für die menschliche Gesundheit dar.

Das Coronavirus begünstigt die Ausbreitung von multiresistenten Keimen. Ein sogenannter „Superbug“ versetzt derzeit Wissenschaftler rund um die Welt in Sorge: Candida auris.

  • Abseits der Sars-CoV-2-Pandemie sehen viele Mediziner besorgt einer neuen Infektionsgefahr entgegen.
  • So begünstigt Corona die Ausbreitung eines multiresistenten Keims namens „Candida auris“.
  • Dieser „Superbug“ ist angeblich noch gefährlicher, weil er eine ziemlich hohe Sterberate* aufweist.

München - Panikmache ist in Zeiten der Corona-Pandemie ein bekanntes Hilfsmittel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, aber auch zu übertreiben. Gleichfalls beinhaltet der Strom von alltäglichen Schlagzeilen Nachrichten, die es durchaus wert sind, dass ihnen Beachtung geschenkt wird. Ein Beispiel ist der nachfolgende Fall, denn bei multiresistenten Keimen handelt es sich um eine große Bedrohung für die Menschheit.

Corona: Abseits von Sars-CoV-2 breitet sich „Superkeim“ Candida auris aus

MRSA-Keime tragen die Zusatzbezeichnung „Superbugs“ und stehen für Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze, die sich durch eine zunehmende Resistenz gegen Antibiotika auszeichnen. Ebenfalls schlecht für Organismen wie den menschlichen Körper: Krankheitswellen wie die derzeit grassierende Sars-CoV-2-Pandemie* begünstigen die Ausbreitung solcher Keime.

Forscher warnen vor dem multiresistenten Keim „Candida auris“, der scheinbar im Schatten von Corona zu Werke geht und viele Opfer auf dem Gewissen hat. Und so läuft eine Infektion mit dem gefährlichen Keim ab: Die Hefe setzt sich in Körperöffnungen von Menschen fest, offene Wunden oder die Ohren sind prädestiniert dafür. Nicht nur das: Auch auf Oberflächen verbleibt der Keim hartnäckig und lässt sich dadurch leicht übertragen. Speziell in Krankenhäusern kann so großer Schaden entstehen, wenn der „Superkeim“ auf geschwächte Immunsysteme trifft. Übrigens gelten auch mobile Endgeräte als anfällig für eine Übertragung des Erregers.

Wie National Geographic berichtet, verzeichnet der Superkeim während der Corona-Pandemie starke Wachstumsraten. Laut des Berichts wird angenommen, dass Tausende von Menschen weltweit in Wirklichkeit „Candida auris“ zum Opfer gefallen sind und nicht Covid-19. Ansteckungen mit „C.-auris“ wurden in den vergangenen Jahren in mindestens 40 Ländern festgestellt, die erschreckende Sterberate der Infizierten: angeblich 30 bis 60 Prozent. Zum Vergleich: Das Coronavirus gilt derzeitigen Erkenntnissen zufolge für etwa ein Prozent der Menschen als tödlich.

Multiresistente Keime: Hohe Wachstumsrate von „Candida auris“ in den USA - Und weltweit?

Die schwere Herausforderung für Mediziner: Naturgemäß lässt sich ein MRSA-Keim durch eine Vielzahl von Antibiotika nicht stoppen. Ebenfalls Anlass zur Sorge gibt laut dem Artikel die Wachstumsrate, die in den USA festgestellt wurde: Im Jahr 2020 gibt es demzufolge bislang 1272 Infektionen mit dem „Superbug“ - das ist schon jetzt eine Steigerung um 400 Prozent gegenüber dem gesamten Jahr 2018.

Wie gefährlich die Bedrohung ist, lässt sich auch anhand einer Statistik des Robert-Koch-Instituts feststellen: Jährlich sterben ungefähr zwischen 7.500 und 15.000 Patienten in Krankenhäusern an einer Sepsis nach Wundinfektion - alleine in Deutschland (in Europa: rund 33.000). Dabei handelt es sich um die dritthäufigste Todesursache. Insgesamt treten hierzulande etwa 225.000 postoperative Wundinfektionen auf, so eine Schätzung.

Daher zählt eine Normothermie - die Vermeidung eines Temperaturabfalls während und nach einer OP - bei Patienten zu den wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen nach einer Operation. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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