Alle Entwicklungen im News-Ticker

Coronavirus in Deutschland: Bundesland vermeldet 733 Neuinfektionen an nur einem Tag - Großkonzert abgesagt

Die Corona-Situation in Deutschland ist noch unter Kontrolle. Berlin jedoch hat sich zum Hotspot entwickelt. Die Bundesregierung warnt vor einem Verlust der Nachverfolgbarkeit.

Update vom 7. Oktober, 12.03 Uhr: In Nordrhein-Westfalen (NRW) nimmt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter deutlich zu. Die 7-Tage-Inzidenz liegt am Mittwoch bei 24,5, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Lagebericht (6. Oktober) mit. Besonders betroffen sind weiterhin die Stadt Hamm (94,9) und Remscheid (63,1). Knapp unter der kritischen Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage lagen laut RKI Solingen (47,7), Hagen (47,7). Gelsenkirchen (43), Wuppertal (42,6), Duisburg (42,1), Essen (39,6), Köln (39,6) und Leverkusen (38,5).

Zum Vergleich: In Bayern liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 16,0 und in Hessen bei 20,6.

Bei den aktuellen Fallzahlen liegt NRW vorn. In den vergangenen 24 Stunden wurden dort nach RKI-Angaben die meisten Corona-Fälle registriert (siehe auch Update vom 7. Oktober, 6.56 Uhr).

LandCorona-Fälle laut RKI
NRW733
Baden-Württemberg388
Bayern375
Berlin288
Hessen 242
Niedersachsen172
Sachsen146

Corona in Deutschland: Konzert mit Sarah Connor und Bryan Adams für 2020 abgesagt

Update vom 7. Oktober, 11.44 Uhr: Es sollte ein Mega-Konzert mit Rocker Bryan Adams und Pop-Sängerin Sarah Connor in Düsseldorf sein. 2020 findet das Event jedoch nicht mehr statt. Das teilte eine Sprecherin des Veranstalters
Marek Lieberberg am Mittwoch mit. „Die Voraussetzungen dafür sind einfach nicht gegeben“, sagte sie. Es gebe einen Anstieg der Infektionszahlen.

Ein weiterer Grund: Das Konzept sah vor, das Dach in der Düsseldorfer Fußball-Arena während der Show offen zu lassen. Auch das sei nun - es wird langsam kalt - nicht mehr möglich. Auch sei fraglich, ob man die Künstler in der geplanten Konstellation wieder zusammenbringen könne.

Die Show mit bis zu 13. 000 Zuschauern war anfangs für den 4. September geplant. Angesichts steigenden Corona-Fälle in NRW sagte die Stadt dann doch das genehmigte Großkonzert ab.

Coronavirus in Deutschland: Montgomery gibt düstere Prognose zum Ende der Pandemie ab

Update vom 7. Oktober, 7.23 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat Deutschland ein gutes Zeugnis im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgestellt - aber vor einer Überforderung der medizinischen Kapazitäten gewarnt. „Deutschland steht hervorragend da. Wir haben es in der ersten Welle vermeiden können, dass unser Gesundheitssystem kollabiert“, sagte Montgomery dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Inzwischen gebe es aber wieder eine langsame Zunahme der Infektionen, auf die derzeit noch ohne große Probleme reagiert werden könne. „Irgendwann kommen wir aber in Bereiche, in denen die Kapazitätsgrenzen des Gesundheitswesens überschritten werden. Dann könnte es zu sehr problematischen Zuständen kommen.“

Auf die Frage, ob Kliniken und Arztpraxen inzwischen besser vorbereitet seien, sagte er: „Es gibt mehr Schutzmaterial, ja. Ich befürchte aber, dass wenn bald eine große Zahl an Covid-19-Patienten auf uns zukäme, Betten wieder geschlossen werden müssten, weil das Personal fehlt, um die Kranken zu betreuen.“ Im Moment sei man von diesem Szenario noch weit entfernt. „Aber: Es gibt bereits heute zu wenig hoch qualifiziertes Intensivpersonal und Ärzte in den Kliniken. Das liegt an dem jahrelangen Kaputtsparen der Krankenhäuser.“

„Virus wird uns mindestens bis Ende 2021 intensiv begleiten“

Frank Ulrich Montgomery

Montgomery geht davon aus, dass das Virus „uns mindestens bis Ende 2021 intensiv begleiten“ wird. Auch ein zugelassener Impfstoff müsse schließlich erst produziert und verteilt werden. „Und auch danach wird das Virus nie wieder ganz weggehen“ - aber mit Impfstoffen und Medikamenten sehr viel beherrschbarer sein.

Montgomery warnt vor Überforderung medizinischer Kapazitäten (Symbolfoto).

Corona in Deutschland: RKI meldet 28.824 aktive Corona-Fälle in Deutschland

Update vom 7. Oktober, 6.56 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 2828 neue Corona-Fälle und 16 Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden an das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin gemeldet. Das ist ein neuer Höchstwert, der in der zweiten Aprilhälfte erreicht wurde. Derzeit gibt es etwa 28.824 aktive Corona-Fälle in Deutschland.

Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen steigt

Die Zahl der Covid-19-Patienten im Krankenhaus nehmen laut dem RKI-Lagebericht (6. Oktober 2020) zu. 449 Corona-Infizierte werden demnach intensivmedizinisch behandelt, 219 davon werden beatmet. Vor einer Woche (29.9.) hatte der Wert noch bei 352 (195 beatmet) gelegen, in der Woche davor (22.9.) bei 278 (151 beatmet). Rund 8900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

  • 306.086 Menschen in Deutschland haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert.
  • 9.562 Todesfälle in Verbindung mit Corona wurden bisher laut RKI verzeichnet.
  • Etwa 267.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Demnach gibt es in Deutschland 28.824 aktive Corona-Fälle.

Corona-Hammer aus der Hauptstadt: Wie beim ersten Lockdown - Berlin beschließt drastische Maßnahmen

Update vom 6. Oktober, 20.15 Uhr: Corona greift verstärkt um sich - und Berlin deshalb durch. Mindestens so hart, wie es Beobachter von der Hauptstadt wegen der steigenden Covid-19-Zahlen erwartet hatten.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Wegen Covid-19 - neue Kontaktbeschränkungen in Berlin

„Wir haben heute die Kontaktbeschränkungen zwischen 23 und 6 Uhr drastisch eingeschränkt“, erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) auf einer Pressekonferenzen zu den neuen Maßnahmen.

Wie Müller erzählte, sehen diese neben einer Sperrstunde auch limitierte private Treffen vor. „Private Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen mit mehr als zehn Personen sind verboten“, erklärte Müller, ließ aber offen, wie das kontrolliert werden soll.

Die geänderte Infektionsschutzverordnung tritt demnach zum Samstag, 10. Oktober, in Kraft und soll bis zum 31. Oktober gelten - ergo, drei lange Wochen. Die Corona-Maßnahmen im Überblick:

  • Berlin: Sperrstunde in Bars, Kneipen und Restaurants zwischen 23 Uhr abends und 6 Uhr morgens.
  • Die Sperrstunde betrifft weitere Lokalitäten. „Verkaufsstellen im Sinne des Ladenöffnungsgesetzes sind in dieser Zeit zu schließen.“ Heißt: Zum Beispiel Imbisse oder Kioske.
  • Ausgenommen sind Tankstellen. Allerdings dürfen diese nach 23 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen.
  • Private Treffen über zehn Personen in privaten Räumlichkeiten (Indoor) sind verboten.
  • Im Freien dürfen sich in Berlin zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens nicht mehr als fünf Personen treffen.
  • Die neuen Corona-Maßnahmen gelten in Berlin vom 10. bis zum 31. Oktober.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Berlin greift hart durch

Update vom 6. Oktober, 19.25 Uhr: Also doch! Berlin greift nach drastisch steigenden Coronavirus-Infektionen und deutliche Kritik an angeblich laschen Covid-19-Schutzmaßnahmen knallhart durch - heißt: Eine Sperrstunde ab 23 Uhr für Bars, Kneipen und Restaurants!

Kein Zweifel: Dieser Schritt wird die Gastronomie in der Hauptstadt mit ihren geschätzt 3,76 Millionen Einwohnern (Stand Juni 2020) einmal mehr hart treffen. Zuvor war eine zweite Berliner Corona-Ampel an diesem Dienstag auf Warnstufe Rot gesprungen.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Zweite Berliner Corona-Ampel ist rot

Laut Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung stieg die Reproduktionszahl auf hohe 1,26. Der R-Wert besagt, wie viele andere Menschen eine mit dem Coronavirus infizierte Person im Schnitt ansteckt. Zudem lag die 7-Tage-Inzidenz zum selben Zeitpunkt bei 44,2, was eine erste Corona-Ampel auf Rot setzte.

Grün ist dagegen der Messwert, der einen Überblick darüber verschafft, wie viele der vorhandenen Intensivbetten in den Krankenhäusern der Hauptstadt belegt sind - demnach überschaubare 3,1 Prozent.

Laut Berliner Zeitung muss die Landesregierung bei zwei roten Warnwerten jedoch verbindlich handeln - was der Regierende Bürgermeister und sein rot-rot-grünes Kabinett jetzt auch gemacht haben.

Berlin: Eine Diskokugel dreht sich im Volkspark Hasenheide bei einer Party. (Archivfoto vom 4. Juli 2020)

Update vom 6. Oktober, 18.50 Uhr: Corona-Hammer aus Berlin! Der Berliner Senat hat am Dienstagabend eine nächtliche Sperrstunde für die Hauptstadt beschossen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur und beruft sich auf Regierungskreise.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Auch Berlin beschließt eine Sperrstunde für Bars und Restaurants

Wegen der drastisch steigenden Covid-19-Zahlen müssen Bars, Kneipen und Restaurants in Berlin demnach zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens schließen. Einzige Ausnahme sollen dem Bericht zufolge Tankstellen sein. Aber auch in diesen darf nachts dann kein Alkohol mehr verkauft werden.

Aktuell läuft eine Pressekonferenz, in der die Berliner Landesregierung die Bürger über die Maßnahmen informiert. Zuletzt hatte es wegen Bildern aus der Hauptstadt starke Kritik aus dem übrigen Bundesgebiet gegeben, insbesondere aus Bayern durch den dortigen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

Der Kritik zufolge sei die Corona-Lage in der Millionen-Metropole an der Spree außer Kontrolle geraten, die Menschen würden zu leichtfertig mit der Situation umgehen, hieß es, und dass das bisherige Warnsystem nicht effizient genug sei. Jetzt folgt die drastische Reaktion! Mit Maßnahmen, die an den Lockdown erinnern.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Sperrstunde in Frankfurt am Main

Update vom 6. Oktober, 15.40 Uhr: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) verkündete am Dienstag, dass wegen der Entwicklung der Corona-Zahlen eine Sperrstunde eingeführt wird.

Restaurants und Gaststätten dürfen nach 22 Uhr nicht mehr geöffnet haben. Zudem sollen beispielsweise private Feiern in Innenräumen auf zehn und draußen auf 25 Personen begrenzt werden, in Einkaufszentren oder hochfrequentierten Einkaufsstraßen muss der Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Alle Maßnahmen sollen von diesem Freitag an bis zunächst zum 18. Oktober gelten.

Die Stadt Frankfurt, das Gesundheitsamt und der Planungsstab des Hessischen Sozialministeriums haben sich aufgrund des hohen Inzidenzwerts der vergangenen Tage auf die strengere Maßnahmen geeinigt. „Die Botschaft ist relativ einfach und klar: Corona ist weiter da und Corona ist weiter gefährlich“, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann bei einer Pressekonferenz. „Wir stehen kurz vor der Eskalationsstufe rot. Die Maßnahmen, die wir heute beschlossen haben, sind teilweise heftig. Da werden viele erst einmal schlucken, das ist uns auch nicht leicht gefallen.“ Ziel sei es, durch die Maßnahmen einen allgemeinen Lockdown zu verhindern.

Corona in Deutschland: Massen-Infektion nach Geburtstagsfeier in Gießen

Update vom 6. Oktober, 13.28 Uhr: Nach einer privaten Geburtstagsfeier in einem Restaurant in Gießen ist es zu einer Massen-Infektion gekommen. Eine infizierte Person hat fast alle Gäste des Fests angesteckt, teilt der Landkreis Marburg-Biedenkopf (Hessen) mit. 25 der 27 Personen sind inzwischen positiv auf Corona getestet worden. Der Superspreader war den Behörden zufolge in einem größeren Betrieb tätig. Zwölf Mitarbeiter haben sich offenbar auch angesteckt, elf davon waren Gast auf dem Familienfest. Die Firma musste deshalb nun ihre beiden Werke in Marburg und Fronhausen vorübergehend schließen. Wie lokale Medien berichten, sollen 700 Mitarbeiter getestet werden.

In der Folge wurden dem Landkreis zufolge Schülerinnen und Schüler an mindestens zwei Schulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf positiv auf das Virus getestet. Derzeit sind zwar Herbstferien, doch für enge Kontaktpersonen verhängte das Gesundheitsamt eine zweiwöchige Quarantäne.

Corona-Alarm: Söder sieht Berlin „am Rande der Nicht-mehr-Kontrollierbarkeit“

Update vom 6. Oktober, 12.57 Uhr: Wegen der steigenden Berliner Corona-Zahlen ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sehr beunruhigt.

Corona-Lage in Berlin beschäftigt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) (Symbolfoto)

„Mir macht die Berliner Situation ausdrücklich Sorgen. Ich befürchte, das ist am Rande der Nicht-mehr-Kontrollierbarkeit“, sagte Söder am Dienstag vor einer Kabinettssitzung in München, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Bayerns Regierungschef verwies darauf, dass München es mit verschärften Anti-Corona-Maßnahmen geschafft habe, den Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen. Dazu zählten etwa eine zeitweilige Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt und zeitweilige strengere Kontaktbeschränkungen. Man könne nur „dringend raten“, solche Maßnahmen zu ergreifen, sagte Söder Richtung Berlin. Die Zahl der Corona-Infektionen in München ging, wie tz.de* berichtet, überraschend zurück.

Corona in Deutschland: Zulassungsprozess für Impfstoff von Mainzer Unternehmen startet

Update vom 6. Oktober, 12.42 Uhr: Der vom Mainzer Unternehmen BioNTech* entwickelte Corona-Impfstoffkandidat geht in den Zulassungsprozess. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA werde den Wirkstoff BNT162b2 in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren prüfen, teilten Biontech und das Pharma-Unternehmen Pfizer, das die Entwicklung unterstützt, am Dienstag mit. Bei diesem Verfahren werden Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet.

Kritik an Corona-Grenzen: Charité-Experte zweifelt an „Bezugsrahmen“ - Superspreader-Hochzeit in Berlin?

Erstmeldung vom 6. Oktober 2020: Berlin - Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland steigen weiter an. Sieben Kreise und Städte gelten nach aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts* (RKI) als Corona-Hotspots. Auf dem RKI-Dashboard sind sie als rote Flecken auf der Karte zu finden. Sie überschreiten den Schwellwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Die 7-Tage-Inzidenz* gilt als Warnsignal in Corona-Zeiten. Bei einem Wert von 30 schrillen die ersten Alarmglocken, ab einem Wert von 50 können Städte und Länder strenge Corona-Maßnahmen erlassen. Für das Bundesland Schleswig-Holstein gilt ein Ort mit Werten über 50 sogar als Risikogebiet. In Berlin liegen nach RKI-Angaben gleich vier Corona-Risikogebiete: Die Bezirke Mitte, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg.

Direktor von Charité-Institut fordert „vernünftiger Bezugsrahmen“ für Corona-Werte

Aus Sicht des Direktors am Institut für Epidemiologie an der Charité Berlin, Professor Stefan Willich, fehlt für die statistische Einschätzung der Corona-Zahlen ein „vernünftiger Bezugsrahmen“. Vor fünf Monaten sei der Schwellenwert von 50 sogenannten Neuinfektionen pro Woche pro 100 000 Einwohner definiert worden. „Das schien damals präzise, war aber eigentlich immer nur ein grober Anhaltspunkt“, sagte Willich am Dienstag im RBB-Inforadio. Jetzt werde mehr getestet als im Frühjahr. „Das heißt, allein wegen der Anzahl der Testung ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man hier diese Zahl mal überschreitet. Dann gibt es keinen vernünftigen Bezugsrahmen.“

Nach den Worten Willichs müssten sich die Zahlen auf repräsentative Stichproben beziehen, die jetzt erst beginnen. „Ich denke, das wird in den nächsten Wochen auch auf der Basis von neuen Stichproben und Erhebungen noch einmal anders definiert werden müssen“, sagte Willich. Damit könnten die Werte besser und realistischer eingeordnet werden.

Willich geht davon aus, dass allgemeine Schutzvorkehrungen wie Abstand halten, Tragen von Mund-Nase-Schutz und die Nachverfolgung von klinisch erkrankten Fällen und ihren Kontakten längere Zeit notwendig sind. „Das werden die Stützpfeiler einer langfristigen Strategie sein. Wir müssen längerfristig mit diesen Maßnahmen gut leben, dann wird das Pandemiegeschehen auch im Griff bleiben.“ Zudem müssten Risikopatienten in Altersheime, Pflegeheime oder Krankenhäuser besonders gut geschützt werden.

Corona in Deutschland: In diesen Kreise und Städte liegt die 7-Tage-Inzidenz über der kritischen Grenze

  • Hamm (94,9, NRW)
  • Berlin-Neukölln (79,2)
  • Remscheid (63,1, NRW)
  • Berlin-Mitte (60,9)
  • Vechta (55,1, Niedersachsen)
  • Berlin-Tempelhof-Schöneberg (54,0)
  • Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg (53,5)

Corona in Deutschland: Hochzeiten entwickeln sich zu Superspreader-Events

Hochzeiten, private Feiern sowie Beerdigungen lassen die Infektionszahlen hierzulande die Höhe schnellen. Hamm (NRW) macht eine große Hochzeitsfeier Mitte September immer noch zu schaffen. Mehr als 200 Corona-Infektionen stehen nach Angaben der Behörden unmittelbar in Zusammenhang mit dieser Hochzeit. Aktuell befinden sich 2.052 Personen in Quarantäne. Die Corona-Maßnahmen wurden verschärft.

Leichtsinn bei Corona-Regeln - Hochzeitsgäste stecken sich mit Corona an

Von einem „diffusen Infektionsgeschehen“ ging das RKI zunächst in Berlin aus. „Junge, international Reisenden und Feiernden, die sich unterwegs bzw. auf Partys anstecken und diese Infektionen dann in ihren Haushalten und Familien verbreiten“, erklärt das Robert-Koch-Institut.

Im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg war es offenbar eine große Feier, die Infektionszahlen sprunghaft ansteigen lassen. Ein Brautpaar feierte mit 350 Verwandten und Freunden, berichtet Bild (hinter Bezahlschranke). Die Party fand demnach in einem großen Saal in einem Event-Center statt. Augenzeugen berichten, dass niemand Maske trug und kein Abstand eingehalten wurde. Im Gegenteil: Mit Küsschen verabschiedeten sich die meisten Hochzeitsgäste, wie es heißt.

Der Superspreader der Gesellschaft sei wohl auch schon identifiziert. Eine Freundin der Braut, die später positiv auf Corona getestet wurde, sei gesundheitlich angeschlagen erschienen, habe ein Gast dem Boulevardblatt berichtet. Insgesamt sollen sich mindestens 48 Gäste der Hochzeitsgesellschaft angesteckt haben.

Corona in Deutschland: Hochzeiten entwickeln sich zu Superspreader-Events (Symbolfoto).

RKI meldet 28.712 aktive Corona-Fälle in Deutschland

  • 303.258 Menschen haben sich seit Beginn der Pandemie mit Corona infiziert.
  • 9.546 Todesfälle verzeichnet das RKI in Zusammenhang mit dem Coronavirus Sars-CoV-2.
  • Etwa 265.000 Menschen haben eine Corona-Infektion überstanden, schätzt das RKI.
  • Derzeit gibt es 28.712 aktive Corona-Fälle in Deutschland.

(ml mit Material der dpa) *Merkur.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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