Im Februar beginnt das neue Schuljahr der Musikschule Coesfeld

Bernd Mertens ist der Leiter der Musikschule Coesfeld, Billerbeck und Rosendahl.

Coesfeld. Im Februar beginnt das neue Schuljahr der Musikschule Coesfeld, Billerbeck und Rosendahl. Das vergangene Jahr lief erfolgreich, wie der Musikschulleiter Bernd Mertens im Interview mit den Streiflichter-Mitarbeiterinnen Klara Schulenkorf und Anna Tiffe erzählt. Im Rahmen von 17 Projekten, die neben dem regulären Musikschulunterricht stattfanden, haben im Jahr 2016 insgesamt 110 Teilnehmer aus der Region musiziert. Beim Weihnachtskonzert standen rund 300 Musikschüler im Konzert Theater Coesfeld gemeinsam auf der Bühne. Ein gelungener Abschluss des Jahres, wie Bernd Mertens findet.

Was hat Ihnen am Weihnachtskonzert besonders gefallen? 

Bernd Mertens: Beim Weihnachtskonzert im Dezember haben Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene über 70 gemeinsam musiziert. Das war der Hammer! Es wurde besonders deutlich, dass Musik einen verbindenden Charakter hat. Das finde ich in der heutigen Zeit sehr wichtig, denn so können Menschen zusammen gebracht werden.

Also spielt das Alter beim Musizieren gar nicht so eine wichtige Rolle? 

Bernd Mertens: Wer will, kann immer etwas machen. Es ist nie zu spät, anzufangen. Wer sich für Gesang oder ein Instrument interessiert, sollte sich nicht scheuen, zur Musikschule zu kommen und sich einfach mal musikalisch auszuprobieren.

Wenn Sie zurückblicken: Welche Entwicklung ist Ihnen als Schulleiter in der Vergangenheit besonders aufgefallen? 

Bernd Mertens: Wir als Musikschule müssen beispielsweise auf die Veränderungen im Schulsystem reagieren. Eigentlich ziehen wir unser Publikum im Nachmittagsbereich in die Musikschule. Deshalb hat die Einführung des Ganztages in den Schulen Auswirkungen für uns. Denn wenn die Schüler nachmittags in der Schule sind, ist oft die Motivation, abends auch noch zur Musikschule zu gehen, nicht mehr so groß. Wir reagieren darauf zum Beispiel dadurch, dass mehr Unterricht an Samstagen stattfinden. Außerdem gehen dieMitarbeiter der Musikschule immer mehr in die Schulen, um dort zum Beispiel Instrumentalunterricht zu geben. Die Musikschule muss sich eben mit den Entwicklungen im Schulsystem auch weiterentwickeln.

In den Jahren 2015 und 2016 kamen verhältnismäßig viele Flüchtlinge nach Coesfeld. Können auch diese Menschen das Angebot der Musikschule wahrnehmen? 

Bernd Mertens: Ja. Ungefähr zehn Flüchtlinge sind momentan schon dabei. Durch die Zuschüsse der Kommunen, die wir als Zweckverband bekommen, wird es unter anderem auch Flüchtlingen ermöglicht, sich in den Musikunterricht zu integrieren. Das ist auch gut so, denn die Musikschule ist auch für Menschen, die es sich sonst nicht leisten könnten, ein Instrument zu erlernen. Es ist schön, mit diesen Menschen zusammen zu arbeiten. Ich habe einen Schüler, der Vieles aus seiner Vergangenheit einfach mal loslassen kann, wenn er sich musikalisch ausrichtet. Das finde ich schön – und das macht unsere Schule farbenfroh.

Mit Blick auf das kommende Schuljahr: Was hält das neue Programm bereit? 

Bernd Mertens: Neben dem regulären Instrumental- und Vokalunterricht, den Orchestern, Chören und Ensembles bieten wir jährlich den sogenannten Kursbereich an – also Projekte, mit denen zusätzliche Klangfarben dargestellt werden sollen. Die Länge der Projekte variiert: Einige Workshops finden an einem Wochenende, andere an mehreren Terminen statt. Durch diesen Kursbereich finden viele den Weg zur Musik wieder. Auch den älteren Menschen soll dadurch eine Möglichkeit geboten werden, zur Musik zu finden.

Das Kursangebot des Kursbereichs liegt in den Bürgerbüros der Kommunen Billerbeck, Rosendahl und Coesfeld aus. Weitere Informationen zur Musikschule gibt es im Internet auf www.musikschule-coesfeld.de. Wer Interesse hat, bei der Musikschule aktiv zu werden, kann sich bei der Musikschule unter Telefon (02541) 70177 melden.

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