Lokales
Coesfeld
...mehr
Dülmen
...mehr
Billerbeck
...mehr
Rosendahl
...mehr
Nottuln
...mehr
Havixbeck
...mehr
Sport
...mehr
Werbung
Loading...
„Dumme Bälle laufe ich wieder raus“
SL-Serie, Teil 2: Der 17-jährige Badminton-Spieler Sebastian Twilling will die letzte Chance zum Aufstieg nutzenGenerell ist der 17-Jährige sehr selbstkritisch: „Ich denke meine Stärken liegen in meiner Laufbereitschaft, aber ich muss besser umsetzen, was mein Trainer mir an Taktik vorgibt. Manchmal werde ich zu ungeduldig und will unbedingt einen Punk erzielen, obwohl ich vielleicht noch besser warten sollte und der Gegner zieht daraus dann seinen Vorteil.“ Mit einem Grinsen fügt er hinzu: „Dumme Bälle laufe ich dann wieder raus.“
Durch den Vater
zum Sport gefunden
Zum Badminton gekommen ist er durch seinen Vater Gregor, der nicht nur selbst in der Seniorenmannschaft spielt, sondern auch noch die beiden Jugendmannschaften und damit auch seinen Sohn trainiert. „An Badminton reizt mich vor allem die Schnelligkeit und die taktische Vielfalt“, so Sebastian, der bis zu seinem zehnten Lebensjahr erst noch Fußball gespielt hat, „man entwickelt einen sehr hohen Anspruch an seinen Körper. Insgesamt ist es eine sehr vielseitige Sportart, die mich fordert.“
Babolat-Junior-Cup
im Mai gewonnen
Die größten Erfolge von Sebastian erläutert sein Vater und Coach Gregor: „Sebastian hat den Babolat-Junior-Cup in diesem Jahr gewonnen. Aber noch wichtiger war sein Beitrag im Team.
Vor zwei Jahren sind wir mit der ersten Jugendmannschaft in die Bezirksliga aufgestiegen, was sehr schwierig ist, da nur das erste Team der Liga aufsteigt. In der vergangenen Saison haben wir als Aufsteiger-Mannschaft auf Anhieb den dritten Platz erreicht – ein Riesen-Erfolg.“ Dieser sportliche Erfolg ist nicht zu letzt auch Sebastian zu verdanken, der an den Spieltagen sowohl im Doppel- als auch im Einzelspiel wichtige Punkte für sein Team sammelte.
Trotz des guten Tabellenplatzes will Sebastian für die kommende Saison mehr: „Das ist das letzte Jahr, wo ich noch in der Jugendmannschaft spiele und ich möchte unbedingt in die Landesliga aufsteigen.“ Danach muss er sich dann in der Seniorenmannschaft beweisen.
An Ehrgeiz mangelt es dem 17-Jährigen, der zur Zeit das Liebfrauen-Berufskolleg besucht, jedenfalls nicht. Das erkennt man auch an seinen Zukunftsplänen. „Im Herbst fange ich den Trainerschein an. Im Moment trainiere ich zwar schon eine Schülermannschaft mit meinem Doppel-Partner Frank Mallmann, aber ich kann mir vorstellen, das noch professioneller zu machen“, so Sebastian.
Ob er mit Badminton einmal aufhören wird? „Ich spiele solange bis ich umfalle“, lacht er, „Auch während des Studiums möchte ich das unbedingt weitermachen. Badminton macht mit persönlich einfach total viel Spaß.“
Zusammenarbeit im
Doppel stimmt
Am liebsten spielt Sebastian aber nicht alleine, sondern im Doppel mit seinem Freund Frank Mallmann. „Das klappt hervorragend. Wir sind ein echt gutes Team.“
Im Moment findet sich der Schüler in der Saisonvorbereitung wieder. Zweimal die Woche, montags und donnerstags, werden in der Halle 1 im Schulzentrum die Netze gespannt und die Schläger geschwungen. „Vor wichtigen Turnieren spielen trainieren wir auch freitags nochmal“, so Trainer Gregor Twilling, der noch ganz andere Pläne hat: „Natürlich wollen wir uns wieder gut platzieren und nach Möglichkeit auch aufsteigen. Aber für den Coesfelder Badmintonsport sind auch die Ranglisten-Turniere von besonderer Bedeutung. Da wollen wir uns ganz klar verbessern.“
Über mangelnden Nachwuchs kann sich weder Sebastian noch Gregor Twilling beschweren. „Es ist schön zu sehen, dass immer mehr Leute zum Badminton kommen. Es entwickelt sich immer mehr zu einer Trendsportart“, so Gregor. Sin Sohn ergänzt: „Wir kommen weg von dem Federball-Image. Gerade jetzt, wo Badminton durch die olympischen Spiele noch mehr in den Vordergrund gerückt wird.“
Besonders viel Zeit in seiner Freizeit bleibt dem 17-Jährigen Coesfelder nicht mehr. Denn Abseits vom Badminton spielt Sebastian schon seit fünf Jahren Bass-Gitarre: „Zwei- bis dreimal die Woche Training, dann die Turniere an den Wochenenden und ich spiele noch Bass in einer Jazz- und Rockband – Und die Schule darf ich ja auch nicht vernachlässigen“, grinst Sebastian. „Aber der Stress stört mich nicht. Ich habe es mir ja so ausgesucht.“
Streiflichter-Ausgabe vom 1.8.2012
Von Henning Stallmeyer





